Resisting in Grief
Leman Sevda Darıcıoğlu




ERÖFFNUNG
21. März 2026, 18 – 21 Uhr


DURATIONAL PERFORMANCE
An Act of Accompaniment
Leman Sevda Darıcıoğlu
22. – 28. März 2026, täglich 12 – 18 Uhr

SOUND PERFORMANCE
III
Tuce Alba
29. März 2026, 16 Uhr.
Dauer: 30 Min.

LAUFZEIT
22. März – 12. April 2026


GEÖFFNET
Mittwoch, 8. April 2026, 16 – 19 Uhr und Samstag, 11. April 2026, 15 – 18 Uhr sowie nach Vereinbarung



Welchem Leben wird Trauer zugestanden und welchen nicht? Die multidisziplinäre Praxis von Leman Sevda Darıcıoğlu setzt sich mit dieser Frage auseinander. Im Zentrum steht dabei, wie die Nekro- und Biopolitik in der Türkei bestimmt, welches menschliche Leben als entbehrlich behandelt wird – also wie politische Macht darüber verfügt, dass bestimmte Menschen leben dürfen oder sterben müssen. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Leman Verletzlichkeit, Widerstand sowie die Auswirkungen von Ausgrenzung und Gewalt auf das Leben und Sterben marginalisierter, insbesondere queerer Gemeinschaften. Ausgehend von den sogenannten Kimsesiz-Friedhöfen, deren Name sich aus dem Türkischen in etwa mit „diejenigen, die niemanden haben“ übersetzen lässt, richtet Leman den Blick auf die Politiken von Tod, Trauer, Widerstand und systematischer Auslöschung.


Kann kollektive Trauer eine Form des Widerstands sein? Und kann das Erinnern an Verlust zu einer Geste der Solidarität werden?

In der Mehrkanal-Videoarbeit From the Lines of Difference, die erstmals im Projektraum Neun Kelche gezeigt wird, nähert sich Leman dem Thema der staatlich sanktionierten Auslöschung in Friedhöfen durch die Perspektive des Widerstands: queere, feministische, geflüchtete und kurdische Bewegungen, die für die Rückforderung der Toten und das Recht kämpfen, sie in Würde zu betrauern



Doch welche Folgen hat es für eine Gesellschaft, wenn eine Gruppe von Menschen nicht nur im Leben, sondern auch im Tod marginalisiert wird?

Diesen schwerwiegenden ethischen und politischen Fragen widmet sich Leman Sevda Darıcıoğlu in der Durational Performance An Act of Accompaniment, die auf Traditionen kollektiver Trauer in Südwestasien Bezug nimmt. Über sieben Tage hinweg eröffnet der*die Künstler*in einen Dialog: Während der Performance wäscht Leman einen Stein, der stellvertretend für die vielen Leben steht, die auf ungerechte Weise zu Grabe getragen wurden.



FOTOGRAFIE
Zeynep Fırat, 2026